Pferde, Pferde, Pferde....

.... das war das Motto der letzten Wochen. Ständig waren wir mit unseren Pferden unterwegs, zum Training, zum Turnier, zur Vorauswahl für die Körung, alles war dabei. Zwei erwachsene und vier Youngster zu managen, da geht man schon an seine Grenzen.

Wo fangen wir denn an... vielleicht erst mal bei unserer lieben Dörte. Sie sollte ja ihren ersten Start bei einer Ausstellung absolvieren. Als sie jedoch ein paar Tage zuvor plötzlich ihre Ohren auf Halbmast trug, entschloss ich mich, das lieber erst nochmal zu bearbeiten und auf die Ausstellung zu verzichten. Inzwischen ist alles wieder gerichtet und ich hoffe, das bleibt jetzt auch so. Und ich hoffe, daß auch ihr Querkopf sich noch richtet... die ist nämlich ganz schön frech geworden. Ohren immer auf Durchzug, bzw., wenn man sie ruft, wird sie sehr schnell, leider in die falsche Richtung. Wenn Ajax und Agda so gewesen wären, hätte ich bestimmt kapituliert, zwei von der Sorte Dörte, das wär mein Ende... Naja, aber vielleicht wären dann auch ihre zerstörerischen Energien nicht so ausgeprägt, wenn sie sich mit einem gleichaltrigen Partner messen könnte. Sie macht ja vor nichts halt, Rodenstock-Brillen, Kugelschreiber und rosa Textmarker, mit denen sie nebenbei noch unsere Couch äußerst kreativ bearbeitet (naja, ich mochte das gelbe Lederding noch nie leiden), Kabel vom Pferdehänger und Laptop, etc. etc....

Wie schön, daß gestern Didi bei uns zu Besuch war, da konnte sie sich dann mal einen halben Tag austoben.

Nach wie vor bin ich sehr zufrieden mit unserem D-Wurf, allerdings gibt es mit den Ohren schon allüberall Kampf und sie scheinen auch recht groß zu werden. Und - die sind nicht müde zu kriegen, das war bei den bisherigen Welpen schon etwas anders...

Banderas ist umgetauft worden, er heißt nun Buster Keaton. Das war nötig, weil ich ihn ganz kurzfristig zur Hengstvorauswahl angemeldet habe und es bereits einen Hengst Banderas gibt. Er war zwar leider am Tag der Vormusterung lahm, sehr bedauerlich, doch er behält diesen Namen nun in der Hoffnung, daß er ihm mehr Glück bringt als der vorherige, denn davon hatte er ja bisher noch wenig in seinem Leben. Gerade in den letzten Wochen hat er sich in ein unglaublich schönes Pferd verwandelt, so daß ich ihn spontan noch anmeldete, schließlich war die Vorauswahl nur 10 km von seinem derzeitigen Domizil entfernt, nämlich im Gestüt Welvert in St. Wendel, wo er ja im letzten Jahr so gut aufgepäppelt worden war.

Das Turnier in Pirmasens war irgendwie chaotisch, kaum ein Pferd, das nicht äußerst beeindruckt war von den vielen Zelten, dem Springplatz und der Gastronomie direkt neben dem Dressurviereck, selbst Hazel wollte erst gar nicht in die Nähe des Richterhäuschens und Towanda wollte schon gar nicht an einem flatternden Sonnenschirm vorbei zum Springplatz.

So ist es nicht verwunderlich, daß auch Sigi sich weit unter Wert präsentierte, den gesamten Rechtsgalopp im Linksgalopp absolvierte und solche Scherze. Im Nachhinein hat er sich aber gut geschlagen, einige mussten mit ihren Jungpferden aufgeben, weil sie nicht mehr zu kontrollieren waren und selbst ganz alte Hasen gingen gar nicht ins Viereck.

Towanda riss sich zusammen und kam mit einer bzw. zwei Stangen gut durch die A-Springen. Hazel schaffte noch eine Platzierung in der Dressurreiter A, in der L wieder die üblichen Problem mit Umspringen im Außengalopp, und Taktfehler beim Mitteltrab auf die Siegerehrung Springen zu  kann man ja wohl verzeihen.

Mit Hilde bin ich bisher nicht mehr gestartet, ich möchte, daß sie erst mal ordentlich Dressur geht, bevor ich wieder losziehe mit ihr. Sie ist ja auch erst fünf und noch nicht mal ein Jahr unterm Sattel. Springen ist nach wie vor ihre Leidenschaft, aber ich möchte sie etwas kontrollierter an die Hindernisse bringen können, so daß sie auch zeigen kann, was sie drauf hat.

Nach Pirmasens kam dann für Sigi ein Start in Haßloch, in der Reitpferdeprüfung ritt ich ihn nun selbst, was ich sowieso erst seit zwei Wochen tat... Er war superbrav, bekam sehr ordentliche Noten, u. a. eine 8 in Typ und Gebäude, war aber noch etwas spannig, so daß er wohl seine hervorragenden Bewegungen noch nicht ausspielen konnte.Trotzdem war er nicht weit von der Platzierung entfernt.  Drei Tage später startete er erneut in Birkhausen, wo er wesentlich guckiger war. Wir landeten auf dem 5. Platz, 1. Reserve. Nun wird er erst wieder in Queidersbach starten, am 22. Sept., Zeit genug, mit ihm zu üben.

In Birkhausen ging außerdem Towanda eine ordentliche A-Dressur, allerdings halt so brav und schlapp, aber immerhin jetzt fehlerfrei, so daß ich ihr nun auch mal jetzt Dampf machen kann, denn sie kann sich durchaus auch ordentlich bewegen. Im Springen ließ sie mich mal wieder im Stich, aber wir kamen immerhin überall durch.

Mit Hazel wollte ich in der L-Dressur zuviel, so daß der erste Mitteltrab komplett in die Hose ging, sonst ihre Paradelektion, dafür gelang der Galopp ohne Umspringen. Nach Birkhausen beschloss ich spontan, daß Hazel in Zukunft auch springen sollte, und vor allem im Gelände starten sollte. Ich habe nämlich den Eindruck, daß sie immer mehr versauert in der langweiligen Dressur, dazu noch fast immer die gleiche Aufgabe, die sie schon auswendig kann. Also dachte ich, ich nehme sie mal gleich mit nach Hünfeld zum Araberturnier, wo sie im Gelände starten konnte.

An dem superheißen Wochenende machten wir uns freitags auf den Weg. Die Pferde übernachteten im Arabergestüt Rhön, wo wir tolle, leistungsstarke Hengste bewundern konnten, die teilweise auch in Hünfeld starteten. Hengste solchen Typs und Leistungswillens würde ich mir auch mehr bei den Trakehnern wünschen, für meine Zucht von Vielseitigkeitspferden bin ich derzeit etwas ratlos, welchen Hengst ich da mal für meine Stuten nehmen könnte.

Zurück zum Turnier. Samstags hatten wir Streß pur, morgens gleich vier Starts auf einmal, jeweils Dressur und Springen. Towanda ging wieder eine fehlerfreie Dressur, aber zu brav noch, im Springen eine blöde Stange. Hazel war in der Dressur noch platziert, leider konnte ich nicht risikoreicher reiten, da meine Vorreiterin nicht so gut vom Fleck kam. Im Springen war Hazel einfach klasse, wir hatten nur eine Irritation in einer Distanz auf eine Kombination zu, da war sie einfach verwirrt und ich hatte das Tempo zu sehr herausgenommen, so blieb sie eimal stehen.

Nachmittags dann ENDLICH Gelände. Hazel startete zuerst, das erste Mal in ihrem Leben ein richtiger Geländeritt! Sie zog einfach vom Fleck weg super, es war ein Traum! Eine Verweigerung hatten wir an der Fasanenschütte, wo sehr viele Pferde stehen blieben, warum auch immer, und am Wasser, das etwas überraschend nach einer engen Wendung kam. Dann noch eine auf dem Platz, wo ich sie vor einer Hecke zu stark anziehen ließ und sie im letzten Moment Angst vor ihrer eigenen Courage bekam... Ich ritt dann noch fertig, weil keiner was sagte, der Steher am Wasser wurde wohl nicht gerechnet, vergaß aber ein Hindernis, wäre also sowieso ausgeschieden. Aber das war egal. Man muß bedenken, daß dieses Pferd komplett OHNE Training diese Aufgabe brillant gemeistert hat. Ich war mehr als glücklich.

Mit diesem Gefühl startet ich mit Towanda. Ich wußte nun ja schon, wo ich besonders aufpassen musste. Towanda zieht ja leider nicht so hin wie Hazel, ist eher vorsichtig, macht dafür einen tollen, runden Sprung. Es war etwas Arbeit, aber wir legten eine schöne, harmonische, fehlerfreie Runde hin und wurden 4. Ich hätte fast heulen können, denn bisher hatte sie mir immer einen kleinen Fehler eingebaut, endlich, endlich hatte sich die Mühe mal gelohnt.

Sonntags war bei uns allen die Luft etwas raus, Erfolge gab es keine mehr, und wir machten uns auf die anstrengende Heimfahrt bei 30 °, danach durften die beiden zwei Tage Urlaub im Fuchsloch verbringen.

Am folgenden Wochenende war dann in Miesau Pferderennen... ich hatte mich ein paar Tage zuvor überreden lassen, am Reitpferderennen mit Hazel teilzunehmen, sie ist die einzige ohne Vollblut, die da teilnehmen darf. Aus unserer Springstunde hatten sich noch einige breitschlagen lassen...

Vorm Start waren wir alle total aufgeregt, wir bereuten schwer, uns war schlecht, wir hatten Kopfweh. Auf keinen Fall wollten wir das im nächsten Jahr nochmal machen.

Dann ging es los, bis mein Dressurpferdchen beim Start ausgeschlafen hatte, waren die anderen schon weg wie der Blitz, wir kamen als 5. von 6 Teilnehmern ins Ziel... und nach dem Ziel beschlossen wir ALLE sofort, das machen wir nächstes Jahr nochmal, es hat soviel Spaß gemacht! Bis dahin üben Hazel und ich aber Starten und schnell galoppieren, denn das durfte sie ja die ganze Zeit gar nicht.

Als nächstes fahren wir jetzt diesen Samstag auf die Schwäbische Alb zum Irish Terrier Treffen. Agda und Dörte werden mich begleiten. Wir fahren mal wieder 260 km einfach um einen Spaziergang mit Irish Terriern zu machen... verrückt, aber ich freu mich total drauf.

Dann kommen die Turniere Haßloch, Gelände, Einöd, Springen und Dressur und Queidersbach, Reitpferde mit Sigi, Dressur und Springen.

Danach ist die Turniersaison für dieses Jahr beendet und wir freuen uns auf die nächste.

 

(23.08.2012)